Einmal Regenwald bitte (Teil 2)

In Nicaragua unternahmen wir eine Tour durch den Regenwald und lernten etwas von der Wildnis Nicaraguas kennen. Wie es mir bis zur Nacht erging kannst du hier lesen. Inklusive war nämlich auch eine Übernachtung im Wald. Und die war folgendermaßen…

Eine Nacht im Regenwald

Es hatte schon wieder zu Regnen angefangen und meine Kleidungsstücke, die ich jetzt alle trug, waren klamm, genauso wie mein dünner Baumwollschlafsack. Ich nutzte noch mein Handtuch als zusätzliche Decke und meinen Schal legte ich über mich inklusive meinem Gesicht. So würden mich Spinnen, Moskitos und andere Insekten nicht direkt berühren, falls sie mir Nahe kommen sollten. Ich lag auf dem Rücken in der leicht schaukelnden Hängematte, alles war dunkel um mich herum und ich hörte nur den Regen. Selbst den Tieren war es zu nass, denn es war sonst nichts zu hören. Mein Geist war hellwach und mir erschien es unmöglich in dieser unbequemen Pose und ungewohnten Umgebung einzuschlafen.

Aber natürlich tat ich es irgendwann und erwachte vier Stunden später wieder, weil mir verdammt kalt war. Ich lag bestimmt eine Stunde wach. In dieser Zeit betete ich, dass ich bitte gesund bleibe, da es erst der Anfang meiner Reise war und ich eine Erkältung oder Grippe nicht gebrauchen konnte. Während ich mir wünschte, dass diese Nacht endlich vorbei sei, hörte ich auf einmal etwas hinter mir in dem durchnässten Laub hüpfen. Es war bestimmt eine faustgroße Kröte gewesen, wie ich später noch oft auf dieser Reise zu sehen bekommen hatte. Solange kein Puma vom Baum springt und mich fressen will, ist alles gut, dachte ich. Dann fiel mir erleichtert ein, dass ich auf einer Insel war. Moment, können Pumas schwimmen?

Aufwachen, Aufbruch und Abschluss

Quesadilla Zubereitung in der Camp-Küche

Fröstelnd schlug ich die Augen auf und ich konnte wieder etwas sehen. Die Morgendämmerung war angebrochen und es regnete auch nicht mehr. Ich freute mich so sehr, dass die Nacht vorbei war, dass ich nicht wieder einschlief. Es war halb sechs. Stattdessen stand ich auf und machte Fotos von der Insel und dem Camp, da es jetzt hell war und noch kein Programm anstand. Eine Stunde später waren schließlich alle wach und wir bereiteten das Frühstück vor. Eduin hatte es sich zur Aufgabe gemacht, uns etwas Sinnvolles für das Leben beizubringen. Und da wir schon nicht gelernt hatten, wie man frisch gefangenen Fisch zubereitet, mussten wir uns jetzt an der Zubereitung der Quesadillas und der Eier beteiligen.

Der Franzose wollte die Küche anscheinend uns Frauen überlassen und gesellte sich währendessen zu dem Gehilfen aufs Boot. Auf einmal holten sie Eduin dazu und fuhren weg um einem entfernten Fischerboot zu helfen. Ich nutzte die freie Zeit wieder um weitere Fotos zu machen und mich mit meinen Freundinnen über die Nacht zu unterhalten. Sie hatten besser geschlafen als ich.

Rettung des verunglückten Bootes

Es verging eine ganze Weile bis die Männer wieder zurückkehrten. Wir hatten zwischenzeitlich schon Angst gehabt, dass sie uns mit Absicht zurückgelassen hätten, als Test, ob wir jetzt auch allein in der Wildnis klarkommen würden. Wir fragten uns, wie lange wir wohl allein in der Wildnis überleben würden. Wirklich nicht lange, stellten wir fest.

Mit Rückkehr der anderen gab es schließlich Frühstück, wir bauten das Camp ab und verließen die Insel. Es hatte mittlerweile auch wieder heftig geregnet. So viel Regen war ungewöhnlich, da wir uns noch in der Trockenzeit befanden. Aber der Regenwald wollte seinem Namen anscheinend alle Ehre machen.

Auf der Heimfahrt begegneten wir dem verunglückten Fischerboot, dem die Männer vorher geholfen hatten und das nun u.a. aus einigen Lehm- und Schlammflicken bestand. Als wir weiterfuhren hielt Eduin wieder nach Tieren Ausschau und wurde plötzlich ganz still. Es war ein Kaiman zu sehen, der im Wasser sehr schlecht zu erkennen war, weil er treibendem Holz glich. Doch Eduin hatte ein Blick dafür und ich entdeckte den Kaiman noch gerade rechtzeitig, bevor er wieder untertauchte.

Die Wolken hatten sich mittlerweile verzogen und es war auf einmal sehr warm. Neben dem Kaiman sahen wir im Laufe der Fahrt wieder die Spinnenaffen, sogar dieses Mal auf der Erde herumlaufend. Und auch sonst sah alles ein wenig schöner aus als am Vortag im Nieselregen.

Am Ende fragte Eduin, ob wir noch schwimmen gehen wollten. Da das in der Mittagshitze ganz verlockend klang, legten wir zum Abschluss einen letzten Stopp bei einer Anlage mit Swimmingpool und Restaurant ein, bevor wir nach El Castillo zurückkehrten. Die Anlage mit Pool sah schon viel zivilisierter aus und ich muss sagen, nach so einer unruhigen Nacht im Regenwald war ich ein wenig froh darüber.

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