Ometepe Insel in Nicaragua – Charco Verde

Wenn du in Nicaragua auf Reisen bist, wird es dich sicher auch auf die achtförmige Vulkaninsel Ometepe im großen Nicaragua See verschlagen. Einmal dort angekommen, gibt es eine Vielzahl an Aktivitäten zur Auswahl, die du unternehmen kannst. Hier berichte ich über Charco Verde, einer Lagune, zu der du einen Ausflug machen kannst, wenn du einen entspannten Tag in der Natur verbringen möchtest.

Landkarte der Ometepe Insel

Die Lagune Charco Verde heißt übersetzt „grüne Pfütze“. Sie befindet sich südwestlich am Ufer des Sees in einem Naturschutzgebiet und kann tagsüber besucht werden.

Anfahrt

Wie du zur Lagune kommst, fragst du am besten die Menschen aus deiner Unterkunft. Es kommt drauf an, von wo du fährst. Wir sind in der Nähe von Balgüe mit dem Bus losgefahren und mussten einmal umsteigen. An sich ist es am einfachsten, wenn du dir ein Fahrrad oder ein Auto leihst. Letzten Endes sind wir allerdings mit einem Taxi angekommen, weil der Bus, in den wir zusteigen wollten viel zu überfüllt war und wir nicht mehr hineingepasst haben.

Der Bus war wirklich randvoll, wobei die Menschen wie Sardinen aneinander gequetscht waren. Ich hatte schon vorher gehört, dass das in Nicaragua öfter der Fall sein kann, aber ich hatte noch nie so einen überfüllten Bus wirklich vor mir gehabt. Deswegen war ich auch nicht traurig, dass wir nicht mitfahren konnten. Ausgestiegen sind wir dennoch an der zu Charco Verde gehörenden “Bushaltestelle”, von der uns gleich ein Schild über eine sandige Landstraße zum Eingang des Naturschutzgebietes führte.

Im Schmetterlingshaus

Blumen und Pflanzen im einem Schmetterlingshaus

Am Eingang angekommen zahlten wir 5$ Eintritt und fotografierten den Lageplan ab, da es den nicht zum mitnehmen gab. Dann traten wir aus dem Eingangsgebäude, in dem es diverse Souvenirs zu kaufen gab und erreichten gleich als erstes ein Schmetterlingshaus.

Das Schmetterlingshaus war wirklich schön und wird jedem gefallen, der Natur und Blumen mag. Zu Beginn war eine leicht verträumte Musik zu hören, die zu den umherfliegenden Schmetterlingen gut passte und die leichte Atmosphäre unterstrich.

Verschwommene Aufnahme eines blauen Schmetterlings

Überall flatterten die kleinen Schmetterlinge umher und uns fiel besonders der handgroße blaue Schmetterling auf, von dem es scheinbar nur einen einzigen gab und somit eine seltene Schönheit war. Leider bekam ich den nur im falschen Kameramodus zu fassen und dann nicht wieder.

Schmetterling auf Blume

Aber es ging nicht nur um den großen, blauen Schmetterling, es gab noch dutzend andere in den verschiedensten Formen und Farben.

Schmetterlingskokons

Raupen sahen wir keine, aber dafür gab es Brutkästen mit den Kokons. Und ein Teich mit Süßwasserschildkröten vollendeten diesen herrlichen Indoor-Park.

Orangefarbene Blumen

Als wir das Schmetterlingshaus verließen und uns Richtung der Lagune bewegten, kamen wir erneut durch einen Park, der pflanzenmäßig das Schmetterlingshaus übertraf und wunderschön war.

Bunte Blumen und Palmen unter blauem Himmel

Lange blieben wir aber nicht an diesem Ort, da uns die Mittagssonne wie immer auf den Kopf knallte. So gingen wir den Weg weiter und kamen an eine Kreuzung in einem Wald, von wo wir eine Wanderroute durch den Wald nehmen konnten ehe wir die Lagune und den See erreichen würden, oder eine Route, die direkt zur Lagune führte. Wir entschieden uns für ersteres, denn wir hatten Zeit mitgebracht und im Wald war es schattiger.

Im Wald und bei der Lagune

Trockenwald Baeume

Schattig war er letzten Endes nicht an allen Stellen, aber die Wanderung war nett. Wir sahen viele Eidechsen und große, rote Ameisen, vor denen auf dem Lageplan, von dem wir vorher ein Foto gemacht hatten, sogar gewarnt wurde.

Wie man sehen kann ist der Wald ein Trockenwald, d.h. in der Trockenzeit, in der wir in Nicaragua waren, hatten die Bäume ihr Laub abgeworfen und warteten auf die Regenzeit, um wieder grün zu werden.

See Lagune

Nachdem es bergauf und bergab durch den Wald ging, erreichten wir schließlich die Lagune Charco Verde. Sie und die Vegetation um ihr herum, erinnerte mich ein wenig an die Lüneburger Heide. Bzw. eine Heide im allgemeinen.

Tiere sahen wir dort keine, aber wie gesagt, es war auch sehr heiß. An sich sollen dort viele Vögel hausen und zu beobachten sein.

Außerdem, normalerweise soll die Lagune grün aus, weil in ihr viele Algen wachsen – daher auch ihr Name “grüne Pfütze”. Und sie war früher der Ort, an dem die indigenen Einheimischen ihren Göttern Opfergaben brachten.

Ein einzelner Bruellaffe

Als wir dem Pfad weiter folgten und uns dem See näherten, kündigten sich schon Brüllaffen durch ihr Geschrei an. Doch wir entdeckten nur einen einzigen Brüllaffen in den Bäumen, der uns beobachtete.

Es war eigenartig einen Affen allein zu sehen, denn uns wurde gesagt, dass sie immer im Rudel unterwegs sind, was ich aus Erfahrung auch bestätigen kann.

Am Nicaragua See

Schwimmende Menschen im See

Schließlich hatten wir den Nicaragua See erreicht und fanden einen kleinen Strand vor. Er war schattig, sauber und nur Einheimische waren zu sehen. Das war ein gutes Zeichen, denn sie wissen meistens, was gut ist.

Von hier aus war auch der kleinere Vulkan Maderas zu sehen, der sich auf der anderen Seite der Insel befand.

Seeufer

Mit den Wellen, die auf das Ufer schlugen und den tiefhängenden Bäumen, erinnerte mich der Strand an die Karibikküste in Costa Rica und ich fand ihn dadurch noch schöner.

Die nette Nicaraguanerin

Meine Freundinnen waren dabei, Fotos zu machen und auf Äste zu klettern, als ich mich auf eine Bank setzte und mir das Treiben ansah und die Ruhe bzw. den Schatten genoss. Dabei bemerkte ich eine Bank weiter eine Nicaraguanerin, die mich freundlich ansah und mich schließlich ansprach und fragte, woher wir kommen und wie es uns hier gefällt. Ich unterhielt mich eine Weile nett mit ihr und feierte diese Begegnung danach sehr, da ich gerade an diesem Morgen die Nicaraguanerinnen als endgültig unfreundlich abgestempelt hatte. Gerade auf der Ometepe Insel hatte mir eine Ladenbesitzerin in Balgüe, wo sich unser Hostel befand, zuvor die Info enthalten, wo die nächste Apotheke sei, obwohl sich die Apotheke letzten Endes drei Häuser weiter die Straße hinunter befunden hatte. Danke für nichts. Und auch sonst waren die Frauen nicht gerade freundlich zu uns gewesen, weder in El Castillo, noch in Colón. Aber wie es oft so ist, werden auch schlechte Erwartungen ganz schnell revidiert. Ja, ich sollte nicht alle über einen Kamm scheren.

Zwei Bruellaffen in Baeumen

Einige Zeit später gingen wir den Rundgang weiter und sahen letzten Endes doch noch mehrere Brüllaffen auf einem Haufen direkt vor uns. Diese waren ganz friedlich und mit sich selbst beschäftigt. Insgesamt waren es fünf.

Wir kamen auch wieder an der Lagune vorbei, von der wir nun den anderen, größeren Vulkan Concepción sehen konnten.

Die Vulkane

Der Vulkan Concepcion

Der Vulkan Concepción ist ein aktiver Vulkan mit einer Höhe von ca. 1610 m. Wie zu sehen ist, sind einige Stellen des Vulkans mit Wald bedeckt und andere durch Erdrutsche kahl. Sein letzter Ausbruch war 2010 und er gehört zu den aktivsten Vulkanen in Nicaragua. Das erklärt auch die Evakuierungsschilder, die überall auf der Insel zu finden sind und eine Rettungsroute kennzeichnen für den Fall der Fälle.

Der Vulkan Maderas

Der kleinere Vulkan Maderas ist nicht mehr aktiv und hat eine Höhe von 1394 m. Da er schon lange still liegt, ist auch seine Spitze mit Bäumen bewachsen und es befindet sich dort ein Nebelwald. Meine Freundinnen sind auf ihn geklettert, was ca. 8 Stunden (hoch und runter) gedauert hat.

Es gibt Guides, die Menschen jeden Tag auf die Vulkane führen. Die und allgemein geübte Wanderer und Bergsteiger brauchen natürlich nicht ganz so lange.

Wer auf die Vulkane klettert, kann davon ausgehen, ganz verschlammt und nass wiederzukommen. Aber es lohnt sich, meinten meine Freundinnen. Viele Touristen klettern auch nicht ganz bis nach oben, da der Krater, in dem sich eine Lagune befindet oft nicht zu sehen ist, weil es zu neblig ist. Viele klettern daher nur bis zu einer Lagune, die sich auf dem Weg zum Krater befindet.

Fazit

Wer seinen Tag schön, ruhig und entspannt in der Natur verbringen möchte, für den ist Charco Verde auf jeden Fall sehens- und empfehlenswert. Badesachen mitzunehmen kann auch nicht schaden, das hatten wir leider nicht bedacht. Mir hat es auf jeden Fall gefallen, aber wer Action will und nicht so viel Zeit auf der Ometepe Insel hat, der kann auch etwas anderes unternehmen.

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